In einer Zeit, in der Institutionen weltweit vor großen Herausforderungen stehen, stellt er die entscheidende Frage: Worauf kommt es im Wesentlichen an? Seine Antwort ist denkbar einfach und zugleich tiefgreifend: Die Kirche muss sich wieder konsequent an der Person und der Botschaft Jesu Christi ausrichten.
Weg von der Bürokratie, hin zur lebendigen Begegnung
Msgr. Centellas warnt vor einer Gefahr, die vielen vertraut sein dürfte: Dass kirchliche Strukturen zu reiner Verwaltung verkommen und der eigentliche Funke des Evangeliums im Alltag verloren geht.
Glaube ist – so der Erzbischof – im Kern kein starres Regelwerk und keine bloße Pflichterfüllung. Er ist primär eine lebendige Beziehung.
„Eine Kirche, die nicht aus der lebendigen Begegnung mit Jesus lebt, läuft Gefahr, zu einer bloßen Organisation oder Verwaltung institutioneller Interessen zu verkommen.“
Was bedeutet die „Rückkehr zu Jesus“ konkret?
Msgr. Centellas skizziert in seiner Präsentation vier wesentliche Säulen für eine erneuerte Seelsorge:
1. Christozentrik: Jesus im Mittelpunkt
Alle kirchlichen Angebote, die Katechismusarbeit und das Gemeindeleben müssen sich daran messen lassen, ob sie den Geist Jesu widerspiegeln. Die Frage muss immer lauten: Würde Jesus so handeln?
2. Eine „Kirche im Aufbruch“ (Iglesia en salida)
Kirche darf nicht hinter ihren eigenen Mauern verharren. Gerade in einem Land wie Bolivien – aber genauso in Europa – bedeutet dies, an die Ränder der Gesellschaft zu gehen. Es geht um eine konkrete Option für die Armen, die Benachteiligten und die Suchenden.
3. Synodales Miteinander statt Klerikalismus
Kirche wird von allen getragen. Msgr. Centellas plädiert nachdrücklich für die Stärkung von Laien, Frauen und der Jugend in den Gemeinden. Verantwortung und Mitgestaltung gehören in die Hände der gesamten Gemeinschaft.
4. Mut zum Wandel
Das traditionelle Argument „Das haben wir schon immer so gemacht“ greift in der heutigen Welt nicht mehr. Veraltete Methoden müssen hinterfragt werden, um Raum für dynamische und zeitgemäße Formen der Seelsorge zu schaffen.
Ein Blick auf die Gegenüberstellung
Bisheriges Muster Ziel der Erneuerung („Rückkehr zu Jesus“)
Institutionelle Selbsterhaltung Lebendige Nachfolge & Evangelisierung
Bewahrend & bürokratisch Aufbrechend, barmherzig & nah am Menschen
Hierarchischer Alleingang Gemeinsamer, synodaler Weg aller Gläubigen
Fokus auf Strukturen Einsatz für die Armen und Marginalisierten
Fazit: Eine Einladung an jeden Einzelnen
Der Aufruf von Msgr. Ricardo Centellas ist mehr als ein theoretisches Konzept für Theologen. Er ist eine ganz persönliche Einladung an jeden von uns: Den eigenen Glauben neu zu hinterfragen, Ballast abzuwerfen und sich wieder auf das Fundament zu besinnen, das uns trägt.
Die Zukunft der Kirche entscheidet sich nicht in Verwaltungsräumen, sondern in der alltäglichen, lebendigen Nachfolge Jesu.
Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens
Mit Ihrem Smartphone bequem spenden –
so einfach geht’s: Es ist bereits ein Betrag von 50 Euro vor eingestellt, den Sie direkt und unkompliziert mit Ihrer Banking-App auf dem Smartphone überweisen können. Damit möchte ich Ihnen einen neuen, besonders komfortablen Weg anbieten, eine Spende zu tätigen. Die Empfängerdaten sind identisch mit den Angaben, die Sie im oberen Bereich über dem QR-Code auf dem Bild finden. Möchten Sie einen anderen Betrag spenden, können Sie den Überweisungsträger über den untenstehenden Link individuell ausfüllen. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und dass Sie diese neue Möglichkeit ausprobieren möchten!