Sonntag, 5. April 2026

Der Herr ist auferstanden

Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden!
Es ist der älteste „Code“ der Christengeschichte. Ein ritueller Wechselgesang, der seit Jahrhunderten durch Kathedralen, kleine Dorfkirchen und heute über Messenger-Dienste hallt. Doch was bedeutet dieser Satz eigentlich im Jahr 2026, in einer Welt, die sich oft anfühlt, als stünde sie im Dauermodus der Krisen fest?

Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden! Es ist der älteste „Code“ der Christengeschichte. Ein ritueller Wechselgesang, der seit Jahrhunderten durch Kathedralen, kleine Dorfkirchen und heute über Messenger-Dienste hallt. Doch was bedeutet dieser Satz eigentlich im Jahr 2026, in einer Welt, die sich oft anfühlt, als stünde sie im Dauermodus der Krisen fest?

Ein Gruß, der die Welt aus den Angeln hob
Der Ostergruß ist weit mehr als eine religiöse Floskel. Er ist eine Proklamation. Ursprünglich war es das Erkennungsmerkmal der frühen Christen:

Die Feststellung: „Der Herr ist auferstanden!“
Die Antwort: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Ein Gruß, der die Welt aus den Angeln hob Der Ostergruß ist weit mehr als eine religiöse Floskel. Er ist eine Proklamation. Ursprünglich war es das Erkennungsmerkmal der frühen Christen:  Die Feststellung: „Der Herr ist auferstanden!“  Die Antwort: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

In diesem kurzen Dialog steckt die Essenz des christlichen Glaubens: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Das Licht ist stärker als die Dunkelheit. Das ist kein frommer Wunsch, sondern – für jene, die daran glauben – eine unbequeme, lebensverändernde Tatsache.

Warum das Wort „Wahrhaftig“ den Unterschied macht
Wir leben in einer Zeit der „Fake News“, der Filterblasen und der Skepsis. Etwas zu behaupten ist leicht. Aber das Wort wahrhaftig zieht eine Linie in den Sand.

Es bedeutet: Das hier ist kein Symbolbild. Es ist keine nette Metapher für den Frühling, wenn die Krokusse aus dem Boden schießen. Es ist die Überzeugung, dass die Liebe Gottes die Grenze der physischen Realität durchbrochen hat. Wenn wir das heute sagen, meinen wir auch: Es gibt eine Hoffnung, die über unser Verstehen und unsere aktuelle Nachrichtenlage hinausgeht.

Was bedeutet Ostern für uns heute?
Abseits von Schokohasen und Familienbrunch lädt uns die Auferstehung ein, unsere eigene Perspektive zu hinterfragen. Wo in deinem Leben herrscht gerade „Grabesstille“? Wo hast du Träume oder Hoffnungen beerdigt?

Neuanfang ist möglich: Ostern ist das ultimative Comeback. Es lehrt uns, dass Scheitern niemals das Ende der Geschichte sein muss.

Licht in der Dunkelheit: Die Botschaft lautet, dass selbst die tiefste Nacht einen Morgen hat.

Gemeinschaft: Dieser Gruß verbindet uns global. Er erinnert uns daran, dass wir Teil einer Geschichte sind, die viel größer ist als wir selbst.

Ein lebendiges Echo
Wenn du dieses Jahr diesen Satz hörst oder liest, lass ihn nicht einfach an dir abperlen. Vielleicht ist er genau der Anker, den wir gerade brauchen.

Die Welt mag sich schnell drehen, Technologien mögen sich wandeln, aber die Sehnsucht des Menschen nach Leben, nach Licht und nach einer Wahrheit, die den Tod besiegt, bleibt konstant.

In diesem Sinne: Genießt die Feiertage, atmet durch und feiert das Leben.
Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden!

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens


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Samstag, 4. April 2026

Grabesruhe und Kontrollverlust

Zwischen Grabesruhe und Kontrollverlust: Gedanken zum Karsamstag
Der Karsamstag ist traditionell der Tag der großen Stille. Die Altäre sind leer, die Glocken schweigen, und die Welt hält den Atem an. Doch das heutige Evangelium nach Matthäus (27, 62-66) zeigt uns, dass es hinter den Kulissen alles andere als ruhig zuging. Während die Jünger Jesu vermutlich vor Angst und Trauer wie gelähmt waren, herrschte auf der „Gegenseite“ hektische Betriebsamkeit.

Zwischen Grabesruhe und Kontrollverlust: Gedanken zum Karsamstag Der Karsamstag ist traditionell der Tag der großen Stille. Die Altäre sind leer, die Glocken schweigen, und die Welt hält den Atem an. Doch das heutige Evangelium nach Matthäus (27, 62-66) zeigt uns, dass es hinter den Kulissen alles andere als ruhig zuging. Während die Jünger Jesu vermutlich vor Angst und Trauer wie gelähmt waren, herrschte auf der „Gegenseite“ hektische Betriebsamkeit.

Die Angst vor dem „Nachher“
Es ist fast ironisch: Die Hohenpriester und Pharisäer scheinen die Worte Jesu über seine Auferstehung ernster genommen zu haben als seine eigenen Freunde. Sie erinnern sich genau: „Nach drei Tagen werde ich auferweckt.“

Obwohl Jesus tot und im Grab eingeschlossen ist, lässt er seinen Gegnern keine Ruhe. Ihre Reaktion ist zutiefst menschlich: Angst führt zu dem Wunsch nach Kontrolle. Sie bitten Pilatus um eine Wache, um eine Versiegelung, um Sicherheit. Sie wollen sicherstellen, dass die Geschichte hier endet. Dass der „Verführer“, wie sie ihn nennen, auch wirklich im Grab bleibt.

Obwohl Jesus tot und im Grab eingeschlossen ist, lässt er seinen Gegnern keine Ruhe. Ihre Reaktion ist zutiefst menschlich: Angst führt zu dem Wunsch nach Kontrolle. Sie bitten Pilatus um eine Wache, um eine Versiegelung, um Sicherheit. Sie wollen sicherstellen, dass die Geschichte hier endet. Dass der „Verführer“, wie sie ihn nennen, auch wirklich im Grab bleibt.

„Bewacht es, so gut ihr könnt“
Der Satz des Pilatus hat eine fast sarkastische Note: „Da habt ihr die Wache; geht hin und bewacht es, so gut ihr könnt.“

Man kann sich bildlich vorstellen, wie sie den schweren Stein vor dem Grab versiegeln. Ein Siegel ist ein Zeichen von Autorität und Endgültigkeit. Es sagt: Hier geht nichts mehr rein und hier kommt nichts mehr raus. Doch genau hier liegt die spirituelle Pointe für uns heute:

Wir versuchen oft, unser Leben „abzusichern“.
Wir versiegeln unsere Ängste, unsere Vergangenheit oder unsere Zweifel.
Wir bauen Mauern um das, was uns gefährlich werden könnte.
Aber der Karsamstag lehrt uns, dass menschliche Siegel dort enden, wo Gottes Wirken beginnt.

Die Stille ist nicht leer
Der heutige Evangeliumstext erinnert uns daran, dass wir die Kontrolle oft nur vortäuschen. Die Wachen stehen vor dem Grab, das Siegel ist intakt, und die Welt glaubt, die Sache sei erledigt. Doch in der tiefsten Dunkelheit des Grabes bereitet Gott bereits die größte Überraschung der Menschheitsgeschichte vor.

Was bedeutet das für uns heute?
Vielleicht fühlst du dich heute auch wie vor einem „versiegelten Stein“. Eine Situation scheint festgefahren, ein Ende scheint endgültig, die Stille Gottes wirkt erdrückend. Der Karsamstag lädt uns ein, diese Spannung auszuhalten.

Die Wachen und das Siegel sind Zeugen für das, was morgen passieren wird: Sie werden beweisen, dass kein Stein zu schwer und kein Siegel zu fest ist, wenn das Leben selbst beschließt, zurückzukehren.

Impuls für den Tag:
Wo versuchst du gerade krampfhaft, etwas zu kontrollieren, das eigentlich in Gottes Hand liegt? Kannst du heute – wie Pilatus es sagte – „gehen“ und darauf vertrauen, dass das Siegel der Welt Gottes Plan nicht aufhalten kann?

Ich wünsche dir einen gesegneten, nachdenklichen Karsamstag.

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens


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Zwischen Trauer und Hoffnung

Die Grablegung Christi in der Kunst
Die Stille nach dem Sturm. Wenn wir an die Passionsgeschichte denken, stehen oft das dramatische Leiden am Kreuz oder der triumphale Sieg der Auferstehung im Vordergrund. Doch dazwischen liegt ein Moment von fast unerträglicher Intimität und menschlicher Zerbrechlichkeit: Die Grablegung.

Die Grablegung Christi in der Kunst Die Stille nach dem Sturm. Wenn wir an die Passionsgeschichte denken, stehen oft das dramatische Leiden am Kreuz oder der triumphale Sieg der Auferstehung im Vordergrund. Doch dazwischen liegt ein Moment von fast unerträglicher Intimität und menschlicher Zerbrechlichkeit: Die Grablegung.
Foto im Licht 2026

​In der Kunstgeschichte ist dieses Motiv weit mehr als nur die Illustration einer biblischen Szene. Es ist der Moment, in dem das Göttliche auf das zutiefst Menschliche trifft – den Tod.

Ein Motiv der extremen Emotionen
Die Grablegung (oft auch als Grablegung im Grab oder Beweinung dargestellt) markiert den tiefsten Punkt der Hoffnungslosigkeit für die Jünger. Künstler wie Caravaggio, Raffael und Tizian haben dieses Thema über Jahrhunderte hinweg interpretiert. Dabei lassen sich meist drei Kernaspekte beobachten:

Die schiere Last: Der leblose Körper Christi wird oft als schwer und massiv dargestellt. Es gibt kein Schweben mehr; die Schwerkraft unterstreicht die Endgültigkeit des Todes.

​Die Vielfalt der Trauer: Von der stillen, versteinerten Schmerzen Marias bis hin zum verzweifelten Ausbruch der Maria Magdalena – die Grablegung ist eine Bühne der menschlichen Emotionen.

Warum uns dieses Bild heute noch berührt
​Auch in einer säkularen Welt bleibt die Grablegung ein kraftvolles Symbol. Sie thematisiert den Abschied, das Loslassen und die Fürsorge für diejenigen, die wir verloren haben. ​Das Spiel mit dem Licht: Besonders im Barock wird die Szene oft in tiefes Chiaroscuro (Hell-Dunkel) getaucht. Das Grab ist dunkel, doch der Leichnam Christi leuchtet oft wie eine Lichtquelle selbst – ein dezenter Hinweis auf die kommende Auferstehung.

​Es ist der Moment, in dem die Handlungen der Hinterbliebenen – das Waschen des Körpers, das Wickeln in Leinentücher, das sanfte Niederlegen – zu einem Akt der ultimativen Liebe werden. Die Kunst lehrt uns hier, dass im tiefsten Schmerz eine besondere Form von Würde liegt.

​„Das Grab ist nicht das Ende der Reise, sondern die Schwelle, an der die Stille die Geschichte übernimmt.“

Fazit
​Die Grablegung Christi ist in der Kunst kein Bild des Scheiterns. Sie ist ein Innehalten. Wenn Sie das nächste Mal in einem Museum vor einer solchen Darstellung stehen, achten Sie nicht nur auf die theologischen Details, sondern auf die Hände der Figuren: Wie sie halten, stützen und berühren. Es ist das menschlichste Kapitel einer göttlichen Geschichte.

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens


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