Freitag, 26. Juni 2026

Der Herr des Altiplano

Die magische Wallfahrt zum Tata Bombori Die Puna im bolivianischen Hochland ist kein Ort für Schwache. Wenn im Juni und Juli der eisige Winterwind über das Altiplano fegt, scheint die Zeit stillzustehen. Doch genau dann, in der kältesten Zeit des Jahres, erwacht eine der faszinierendsten Ecken Boliviens zum Leben. Tausende Pilger machen sich auf den Weg nach Pumpuri, einem kleinen Dorf im Norden von Potosí, um ein Wesen aufzusuchen, das ebenso geliebt wie gefürchtet wird: Tata Bombori.

Die magische Wallfahrt zum Tata Bombori
Die Puna im bolivianischen Hochland ist kein Ort für Schwache. Wenn im Juni und Juli der eisige Winterwind über das Altiplano fegt, scheint die Zeit stillzustehen. Doch genau dann, in der kältesten Zeit des Jahres, erwacht eine der faszinierendsten Ecken Boliviens zum Leben. Tausende Pilger machen sich auf den Weg nach Pumpuri, einem kleinen Dorf im Norden von Potosí, um ein Wesen aufzusuchen, das ebenso geliebt wie gefürchtet wird: Tata Bombori.

Hier ist die Geschichte einer jahrhundertealten Legende, in der sich das Schwert der Eroberer mit der Mystik der Anden verflicht.

Hier ist die Geschichte einer jahrhundertealten Legende, in der sich das Schwert der Eroberer mit der Mystik der Anden verflicht.

Die Nacht, in der der Reiter blieb Die Geschichte beginnt in einer Zeit, als Männer von jenseits der Meere mit Kreuz und Schwert kamen, um die Neue Welt zu unterwerfen.

Die Nacht, in der der Reiter blieb
Die Geschichte beginnt in einer Zeit, als Männer von jenseits der Meere mit Kreuz und Schwert kamen, um die Neue Welt zu unterwerfen.

Es war eine pechschwarze, eisige Nacht auf dem Plateau. Nur das dumpfe Schlagen von Pferdehufen durchbrach die Stille. Ein spanischer Reiter kämpfte sich durch die unbarmherzige Andenlandschaft, als die Natur ihre volle Wucht entfesselte: Ein sintflutartiger Regen brach los, Blitze zuckten wie glühende Peitschen vom Himmel und der Donner erschütterte die Erde.

Es war eine pechschwarze, eisige Nacht auf dem Plateau. Nur das dumpfe Schlagen von Pferdehufen durchbrach die Stille. Ein spanischer Reiter kämpfte sich durch die unbarmherzige Andenlandschaft, als die Natur ihre volle Wucht entfesselte: Ein sintflutartiger Regen brach los, Blitze zuckten wie glühende Peitschen vom Himmel und der Donner erschütterte die Erde.

Inmitten des Chaos passierte das Missgeschick: Der Reiter stieg ab, um einem dringenden Ruf der Natur zu folgen. Ein besonders heftiger Blitzschlag erschreckte die Pferde so sehr, dass sie in die Dunkelheit flohen.

Inmitten des Chaos passierte das Missgeschick:
Der Reiter stieg ab, um einem dringenden Ruf der Natur zu folgen. Ein besonders heftiger Blitzschlag erschreckte die Pferde so sehr, dass sie in die Dunkelheit flohen.

Plötzlich war der stolze Eroberer allein – schutzlos ausgeliefert der tödlichen Kälte der Puna. Auf einem steilen Pfad stolperte er hinab in das Tal des heutigen Pumpuri. Im fahlen Licht der Blitze erspähte er eine kleine Siedlung und ein Lehmhaus (Adobe), das etwas größer war als die anderen. Er trat ein, spürte die rettende Wärme – und ging nie wieder weg.

Vom verschollenen Reiter zum "Tata Bombori" Jahrhunderte vergingen. Die Geschichte des Reiters wurde zur Legende, bis eine Gruppe von Bergleuten in der Nähe der alten Siedlung auf etwas Unglaubliches stieß: Sie fanden eine Heiligenfigur inmitten der Felsen. Sie stellte genau jenen mysteriösen Wanderer dar – allerdings ohne Pferd.

Vom verschollenen Reiter zum "Tata Bombori"
Jahrhunderte vergingen. Die Geschichte des Reiters wurde zur Legende, bis eine Gruppe von Bergleuten in der Nähe der alten Siedlung auf etwas Unglaubliches stieß: Sie fanden eine Heiligenfigur inmitten der Felsen. Sie stellte genau jenen mysteriösen Wanderer dar – allerdings ohne Pferd.

Die Minenarbeiter brachten die Figur zurück nach Pumpuri, genau in jenes Lehmhaus, das dem Reiter einst Schutz geboten hatte. Seit diesem Tag lebt er dort aus freiem Willen als Tata Bombori (Santiago Peregrino).

Die Minenarbeiter brachten die Figur zurück nach Pumpuri, genau in jenes Lehmhaus, das dem Reiter einst Schutz geboten hatte. Seit diesem Tag lebt er dort aus freiem Willen als Tata Bombori (Santiago Peregrino).

Er ist kein gewöhnlicher Heiliger. Sein Anblick im Inneren des Hauses ist imposant und ein wenig unheimlich:

In der rechten Hand hält er die Bibel.

In der linken Hand funkelt ein Schwert.

Auf seiner Brust prangen das Herz Jesu und der Mond der Jungfrau Maria, meisterhaft in Silber gearbeitet.

Ruß, Wunder und die Furcht vor dem Zorn
Die Hingabe der Pilger im Juni und Juli kennt keine Grenzen. Weil über die Jahre so viele Kerzen für den Heiligen angezündet wurden, brannte das ursprüngliche Lehmhaus irgendwann komplett ab. Die Dorfbewohner bauten prompt ein neues, moderneres Backsteinhaus direkt daneben. Doch Tata Bombori dachte gar nicht daran umzuziehen – er blieb treu in den rauchgeschwärzten Überresten seines gewählten Zuhauses.

Die Wände sind heute tiefschwarz vom Ruß der Kerzen, was dem Ort eine fast greifbare, mystische Energie verleiht. Wer hier eintritt, tut dies oft auf Knien, geplagt von Sorgen oder erfüllt von tiefer Dankbarkeit.

Das Ritual des Synkretismus
Die Wallfahrt, die am 25. Juli im Fest des Santiago Apóstol gipfelt, ist eine berauschende Mischung aus katholischem Glauben und indigenen Traditionen:

Die Ch'alla: Pilger bringen ihre neuen Autos mit, um sie rituell mit Alkohol zu bespritzen (ch'allaren), damit Tata Bombori sie auf den gefährlichen Bergstraßen beschützt.

Die Ch'alla: Pilger bringen ihre neuen Autos mit, um sie rituell mit Alkohol zu bespritzen (ch'allaren), damit Tata Bombori sie auf den gefährlichen Bergstraßen beschützt.

Die Opfergaben: Neben Kerzen und Gebeten werden dem Heiligen zu Ehren sogar Lämmer geopfert.

Das Fest: Nach den stillen Gebeten in der gemütlichen, kerzenerwärmten Hütte explodiert das Dorf förmlich in Messen, Prozessionen, folkloristischen Tänzen und farbenfrohen Jahrmärkten.

Ein Gott, den man besser nicht erzürnt
Celso Durán, ein Kameramann der Regierung von Potosí, durfte die Figur für eine Dokumentation aus nächster Nähe betrachten und aus ihrer schützenden Urne nehmen lassen. Er bestätigt: „Da wurde mir klar, dass die Menschen die Wahrheit sagen. Von diesem Ort geht eine Energie aus, die man nur versteht, wenn man mit Glauben dorthin geht.“

Doch Vorsicht ist geboten. Während Tata Bombori im Ruf steht, Krankheiten zu heilen und materiellen Wohlstand zu schenken, hat er auch eine dunkle Seite. Im Gegensatz zu seinem "Bruder", dem Santiago de Chaquí (der auf einem weißen Pferd reitet und den Teufel zertrampelt), straft Tata Bombori diejenigen, die sich schlecht benehmen oder respektlos sind, gnadenlos ab. Die Gläubigen tun alles, um seinen Zorn nicht zu erregen.

Am Ende des Tages, wenn der Alkohol fließt, die Tänzer erschöpft sind und die Kälte der Nacht wieder über Pumpuri hereinbricht, wacht Tata Bombori in seiner rußigen Hütte weiter über die Ärmsten der Berge Boliviens – genau so, wie er es sich vor Jahrhunderten in jener Sturmnacht ausgesucht hat.

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens


Mit Ihrem Smartphone bequem spenden – so einfach geht’s: Es ist bereits ein Betrag von 50 Euro voreingestellt, den Sie direkt und unkompliziert mit Ihrer Banking-App auf dem Smartphone überweisen können. Damit möchte ich Ihnen einen neuen, besonders komfortablen Weg anbieten, eine Spende zu tätigen. Die Empfängerdaten sind identisch mit den Angaben, die Sie im oberen Bereich über dem QR-Code auf dem Bild finden. Möchten Sie einen anderen Betrag spenden, können Sie den Überweisungsträger über den untenstehenden Link individuell ausfüllen. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und dass Sie diese neue Möglichkeit ausprobieren möchten!

Mit Ihrem Smartphone bequem spenden – so einfach geht’s: Es ist bereits ein Betrag von 50 Euro voreingestellt, den Sie direkt und unkompliziert mit Ihrer Banking-App auf dem Smartphone überweisen können. Damit möchte ich Ihnen einen neuen, besonders komfortablen Weg anbieten, eine Spende zu tätigen. Die Empfängerdaten sind identisch mit den Angaben, die Sie im oberen Bereich über dem QR-Code auf dem Bild finden. Möchten Sie einen anderen Betrag spenden, können Sie den Überweisungsträger über den untenstehenden Link individuell ausfüllen. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und dass Sie diese neue Möglichkeit ausprobieren möchten!

Donnerstag, 25. Juni 2026

BRIEF AUS DEN ANDEN

Rundbrief & Berichte aus Macha & Bombori, Bolivien

Rundbrief & Berichte aus Macha & Bombori, Bolivien
Stellt euch vor, die Luft ist dünn, die Sonne brennt mit einer Klarheit, die man nur in den Höhen Boliviens findet, und das ganze Dorf vibriert vor Vorfreude. Willkommen in Macha & Bombori – Orten, an denen Glaube keine Theorie ist, sondern gelebte Gemeinschaft.

Die kirchlichen Feiertage sind hier mehr als nur ein fester Termin im Kalender. Es sind Tage, an denen die Stille der Berge durch Lachen, herzliche Gebete und das rhythmische Murmeln der Menschenmenge abgelöst wird. In Macha & Bombori zeigt sich das Herz Boliviens von seiner authentischsten und berührendsten Seite.

Die kirchlichen Feiertage sind hier mehr als nur ein fester Termin im Kalender. Es sind Tage, an denen die Stille der Berge durch Lachen, herzliche Gebete und das rhythmische Murmeln der Menschenmenge abgelöst wird. In Macha & Bombori zeigt sich das Herz Boliviens von seiner authentischsten und berührendsten Seite.

EIN GELEBTES MOSAIK DER KULTUREN Was diese Tage so besonders macht, ist die faszinierende Mischung aus katholischem Brauchtum und tief verwurzelten indigenen Traditionen. Es ist eine lebendige Synthese, die in jeder Geste spürbar wird:

EIN GELEBTES MOSAIK DER KULTUREN
Was diese Tage so besonders macht, ist die faszinierende Mischung aus katholischem Brauchtum und tief verwurzelten indigenen Traditionen. Es ist eine lebendige Synthese, die in jeder Geste spürbar wird:

KUNSTVOLLE HANDARBEIT
Die Palmzweige sind hier keine schlichten Blätter. Sie werden mit einer Hingabe
geflochten, die fast schon meditativ wirkt. Stolz werden sie durch die engen Gassen
getragen – ein wanderndes Meer aus sattem Grün gegen das tiefe Braun der umliegenden
Berge. 

GLAUBE & WURZELN
Man spürt, dass die Gebete hier sowohl dem christlichen Gott als auch dem tiefen Respekt
vor der Pachamama (Mutter Erde) entspringen. Diese Synergie macht die Spiritualität in
den Anden so greifbar, ehrlich und einzigartig. 

EIN STÜCKCHEN NÄHER AM HIMMEL Es heißt oft, in den Anden sei man dem Himmel ein Stück näher. Wenn man miterlebt, wie die Menschen in Bombori zusammenrücken, sich gegenseitig stützen und ihren gemeinsamen Glauben feiern, dann fühlt sich das keineswegs nur geografisch so an.

EIN STÜCKCHEN NÄHER AM HIMMEL
Es heißt oft, in den Anden sei man dem Himmel ein Stück näher. Wenn man miterlebt, wie die Menschen in Bombori zusammenrücken, sich gegenseitig stützen und ihren gemeinsamen Glauben feiern, dann fühlt sich das keineswegs nur geografisch so an. 

Die extreme Höhe mag einem vielleicht kurz den Atem rauben, aber Momente wie dieser geben einem das tiefe Gefühl, endlich wieder frei durchatmen zu können. Ein kleiner Gruß aus den Wolken – hier oben scheint die Welt noch ein wenig mehr im Einklang zu sein. 

„Geduld ist das Vertrauen, dass alles kommt, wenn die Zeit reif ist – oder der Mechaniker das Ersatzteil findet.“

Herzliche Grüße aus den Höhen der Anden. Vielen Dank für Ihre treue Begleitung und Unterstützung

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens


Mit Ihrem Smartphone bequem spenden – so einfach geht’s: Es ist bereits ein Betrag von 50 Euro voreingestellt, den Sie direkt und unkompliziert mit Ihrer Banking-App auf dem Smartphone überweisen können. Damit möchte ich Ihnen einen neuen, besonders komfortablen Weg anbieten, eine Spende zu tätigen. Die Empfängerdaten sind identisch mit den Angaben, die Sie im oberen Bereich über dem QR-Code auf dem Bild finden. Möchten Sie einen anderen Betrag spenden, können Sie den Überweisungsträger über den untenstehenden Link individuell ausfüllen. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und dass Sie diese neue Möglichkeit ausprobieren möchten!

Mit Ihrem Smartphone bequem spenden – so einfach geht’s: Es ist bereits ein Betrag von 50 Euro voreingestellt, den Sie direkt und unkompliziert mit Ihrer Banking-App auf dem Smartphone überweisen können. Damit möchte ich Ihnen einen neuen, besonders komfortablen Weg anbieten, eine Spende zu tätigen. Die Empfängerdaten sind identisch mit den Angaben, die Sie im oberen Bereich über dem QR-Code auf dem Bild finden. Möchten Sie einen anderen Betrag spenden, können Sie den Überweisungsträger über den untenstehenden Link individuell ausfüllen. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und dass Sie diese neue Möglichkeit ausprobieren möchten!

Montag, 22. Juni 2026

Besuch der Bildungseinheit Cayankira

​Lage der Gemeinde: Über 4227 Meter über dem Meeresspiegel ​Anwesende Schüler: 5 Kinder ​Abwesende Schüler: 3 Kinder (erkältungsbedingt)

​Lage der Gemeinde: Über 4227 Meter über dem Meeresspiegel
​Anwesende Schüler: 5 Kinder
Abwesende Schüler: 3 Kinder (erkältungsbedingt)

Cayankira Bolivien
Cayankira Bolivien

Übergabe der Schulmaterialien: ​Da drei der Schüler aufgrund von Erkältungen den Unterricht nicht besuchen konnten, wurde die Situation wie folgt gelöst.

Übergabe der Schulmaterialien:
​Da drei der Schüler aufgrund von Erkältungen den Unterricht nicht besuchen konnten, wurde die Situation wie folgt gelöst.

Hinweis zur Verteilung: Für die 5 anwesenden Kinder wurden die Materialien direkt übergeben. Das Schulmaterial für die 3 fehlenden Schüler wurde vollzählig beim zuständigen Lehrer hinterlegt, damit sie es nach ihrer Genesung direkt erhalten.

Hinweis zur Verteilung:
Für die 5 anwesenden Kinder wurden die Materialien direkt übergeben. Das Schulmaterial für die 3 fehlenden Schüler wurde vollzählig beim zuständigen Lehrer hinterlegt, damit sie es nach ihrer Genesung direkt erhalten.

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens


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