Montag, 21. September 2026

Das Licht über dem Altiplano

Viele unserer Menschen leben weit oben auf den Hochlagen der Anden und leben in kleinen Hirtenunterkünften.
Viele unserer Menschen leben weit oben auf den Hochlagen der Anden und leben in kleinen Hirtenunterkünften.

Es war Montagmorgen auf dem Altiplano,

der nasskalten Hochebene Boliviens auf über 4.000 Metern Höhe. Mateo zog seine dicke Alpakajacke enger um die Schultern. Der eisige Wind biss ihm ins Gesicht, als er die Tür seiner kleinen Lehmhütte öffnete. Vor ihm erstreckte sich die endlose Weite, überragt von den schneebedeckten Gipfeln der Kordilleren, die im ersten Morgenlicht schwach rosa leuchteten.

Hier oben wo die Sonne nicht mehr wärmt leben die Menschen von Weidewirtschaft
Hier oben wo die Sonne nicht mehr wärmt leben die Menschen von Weidewirtschaft

Der Wochenanfang

war für Mateo oft die schwerste Zeit. Er dachte an die harte Arbeit, die vor ihm lag – das karge Land bestellen, die Schafe hüten, die Sorgen um die Familie. Manchmal fühlte er sich so isoliert und unbedeutend wie ein einzelner Kieselstein in dieser riesigen, rauen Bergwelt.

Die Wege, um diese Menschen zu erreichen sind nicht einfach und heute liegt Schnee auf dem fast 5000 Meter hohen Pass
Die Wege, um diese Menschen zu erreichen sind nicht einfach und heute liegt Schnee auf dem fast 5000 Meter hohen Pass

Bevor er die Schafe auf die Weide trieb,

holte Mateo seine alte, abgegriffene Bibel hervor. Er las ein paar Verse, die er am Sonntag in der kleinen Dorfkapelle gehört hatte. Seine Augen blieben an einem Psalm hängen:

Mateo blickte auf die mächtigen Fünftausender und Viertausender

um ihn herum. Jahrelang hatte seine Vorfahren diese Berge wie Götter gefürchtet und verehrt. Doch jetzt verstand er: Die Berge waren nicht seine Retter. Sie waren nur Monumente der Schöpfung. Der wahre Schöpfer, der diese riesigen Felsen geformt hatte, kannte seinen Namen. Er, der Gott des Himmels, war an seiner Seite – mitten in der Kälte des Altiplano.

Mit einem Mal veränderte sich die Perspektive

Als die Sonne endgültig über die Gipfel stieg, vertrieb ihr goldenes Licht den eisigen Morgennebel. Mateo spürte die Wärme auf seiner Haut und tief in seinem Herzen. Er war nicht allein. Jede Hürde dieser neuen Woche, so steil wie die Pfade der Anden, würde er nicht aus eigener Kraft gehen müssen.

Mit einem tiefen Frieden im Herzen schloss er die Bibel,

nahm seinen Hirtenstab und trieb die Herde voran. Er begann die Woche nicht mit Angst vor der Last, sondern mit dem Blick nach oben.

Ihr kennt Mateo aus meiner Weihnachtsgeschichte aus dem letzten Jahr
Ihr kennt Mateo aus meiner Weihnachtsgeschichte aus dem letzten Jahr

Ich hoffe, diese Geschichte gibt Ihnen Inspiration für die kommenden Tage. Wenn Sie mehr Geschichten aus den Bergen Boliviens möchten, lassen Sie es mich wissen:

Denken sie heute besonders an mich. Ich muss auf den Weg zu meiner Missionsarbeit einen fast 5000 Meter hohen Bergpass befahren. Der Winter ist zurück und die Berge sind im weißen Kleid.

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens

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Mit Ihrem Smartphone bequem spenden –   so einfach geht’s: Es ist bereits ein Betrag von 50 Euro vor eingestellt, den Sie direkt und unkompliziert mit Ihrer Banking-App auf dem Smartphone überweisen können. Damit möchte ich Ihnen einen neuen, besonders komfortablen Weg anbieten, eine Spende zu tätigen. Die Empfängerdaten sind identisch mit den Angaben, die Sie im oberen Bereich über dem QR-Code auf dem Bild finden. Möchten Sie einen anderen Betrag spenden, können Sie den Überweisungsträger über den untenstehenden Link individuell ausfüllen.

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so einfach geht’s: Es ist bereits ein Betrag von 50 Euro vor eingestellt, den Sie direkt und unkompliziert mit Ihrer Banking-App auf dem Smartphone überweisen können. Damit möchte ich Ihnen einen neuen, besonders komfortablen Weg anbieten, eine Spende zu tätigen. Die Empfängerdaten sind identisch mit den Angaben, die Sie im oberen Bereich über dem QR-Code auf dem Bild finden. Möchten Sie einen anderen Betrag spenden, können Sie den Überweisungsträger über den untenstehenden Link individuell ausfüllen. 

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Sonntag, 20. September 2026

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer

Der Pfarrer wird schon sehnsüchtig erwartet
Der Pfarrer wird schon sehnsüchtig erwartet 

Herzlichen Dank für ihre Missionsspenden

ich hoffe, Sie sind wohlauf. Für Ihre Missionsspenden möchte ich Ihnen von Herzen „Vergelt’s Gott“ sagen. Dass mein persönlicher Dank manchmal auf sich warten lässt, liegt an der schwierigen Situation vor Ort und am zusammengebrochenen Postdienst in Bolivien. Auch die Möglichkeit, Sendungen über die Deutsche Post online zu beauftragen, wurde vor längerer Zeit eingestellt. Immerhin hat dies den Vorteil, dass 100 Prozent Ihrer Spenden unmittelbar in die Arbeit in den Bergen Boliviens fließen können.

Ein Gruppenbild nachdem die Schüler ihre Unterstützung mit Schulmaterial erhalten, haben
Ein Gruppenbild nachdem die Schüler ihre Unterstützung mit Schulmaterial erhalten, haben

Ein besonderes Anliegen 

ist mir die Unterstützung der Schulkinder in den bolivianischen Bergen mit Schulmaterial. Im Namen aller Kinder, Eltern und Lehrkräfte danke ich Ihnen sehr herzlich. Ihre Unterstützung, Ihr Engagement und Ihre Verbundenheit machen in unserem Alltag einen großen Unterschied. Ohne Ihre Hilfe wäre vieles nicht möglich. Das gemeinsame Ziel, eine förderliche und liebevolle Lernumgebung zu schaffen, bereichert uns alle. Vielen Dank für alles, was Sie tun!

Ob die Schule groß oder nur eine Zwergschule im Outback niemand wird vergessen
Ob die Schule groß oder nur eine Zwergschule im Outback niemand wird vergessen

Die Auswertung der Kontoauszüge

Auch die Auswertung der Kontoauszüge der Missionsprokur bereitet mir Schwierigkeiten. Auf den Auszügen, die ich aus Knechtsteden erhalte, erscheint bei vielen Überweisungen im Verwendungszweck lediglich ein wenig aussagekräftiges „XXXXXXXXXXXX“. Datenschutz ist wichtig; in diesem Fall verhindert er jedoch, dass ich mich bei den Spenderinnen und Spendern persönlich bedanken kann. Zudem lässt der Spendenauszug aus Knechtsteden häufig lange auf sich warten, während die Spendenbescheinigungen offenbar zügig verschickt werden. Das sei das „Wichtigste“, hatte mir schon Padre Dietmar immer gesagt.

Mein Toyo Spezialist, welcher auch die Arbeiten am Pfarrtoyo koordiniert und überwacht
Mein Toyo Spezialist, welcher auch die Arbeiten am Pfarrtoyo koordiniert und überwacht

Was Sie spenden, 

fließt zu 100 Prozent in meine Arbeit. Die Benzinkosten für die Fahrten durch meine riesige Pfarrei sind sehr hoch. Auch die Fahrten in Höhenlagen zwischen 3.000 und 5.000 Metern über dem Meeresspiegel, größtenteils auf Schotterpisten, setzen meinem Fahrzeug stark zu. Deshalb muss ich erhebliche Summen für Wartung und Reparaturen aufbringen. Allein die Reparatur des Motorschadens im Jahr 2026 an meinem Toyota kostete 5.000 Euro.

Der Motor musste komplett zerlegt und mit Originalen Ersatzteilen repariert werden
Der Motor musste komplett zerlegt und mit Originalen Ersatzteilen repariert werden

Darüber hinaus 

bin ich für den Erhalt einiger der wichtigsten Kirchen verantwortlich und muss deren Bausubstanz sichern. Vor Kurzem konnten wir die neue Kirche in Pampa Colorada einweihen. In Bombori steht eine vollständige Sanierung des nationalen Heiligtums an; derzeit befinden wir uns in der Planungsphase.

Die Neue Pfarrkirche in Pampa Colorada wurde vom Bischof im Juli 2026 eingeweiht
Die Neue Pfarrkirche in Pampa Colorada wurde vom Bischof im Juli 2026 eingeweiht

Die Kinder hier in den Bergen 

brauchen weiterhin Ihre Unterstützung. Die Corona-Pandemie hat schwere Folgen hinterlassen, und sehr viele Eltern wurden arbeitslos. Mit Ihren Spenden versorge ich Kinder mit Schulmaterial; außerdem verteile ich gebrauchte Kleidung aus Sammlungen in den Städten Boliviens. All dies bedeutet für mich als Priester mit Quechua-Abstammung eine vielfache Belastung, insbesondere im Vergleich zu den Bedingungen in Europa. Ich nehme diese Aufgabe jedoch gerne auf mich, denn sie ist Teil meiner Berufung.

Mit Unterstützung der Bildung erreichen wir mit relativ wenig sehr viel
Mit Unterstützung der Bildung erreichen wir mit relativ wenig sehr viel

Barrierefreien Dank

Die Kosten für den Postversand in Bolivien sind hoch – sofern ein Versand überhaupt möglich ist. Deshalb bedanke ich mich bei Ihnen allen auch über meine Internetpublikationen, die weltweit und überwiegend barrierefrei auf vielen Plattformen gelesen werden können.

Mit herzlichen Grüßen und einem aufrichtigen Vergelt’s Gott

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens

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Samstag, 19. September 2026

Das Gleichnis vom Sämann


Aus dem Evangelium nach Lukas Lk 8, 4–15

Was sagt uns das heutige Evangelium

Das Gleichnis vom Sämann spricht mit seiner klaren Sprache der Natur direkt in den Alltag der bolivianischen Anden (des Altiplano und der Täler). Wer auf kargen Böden, an steilen Hängen oder unter extremen Wetterbedingungen Landwirtschaft betreibt, versteht die Botschaft Jesu ohne lange Erklärungen.

Kartoffelfelder in den Bergen Boliviens. Hier ist die Heimat der Kartoffel.

Kartoffelfelder in den Bergen Boliviens. Hier ist die Heimat der Kartoffel. 

Die Realität des Bodens und die Geduld des Lebens

In den Bergen Boliviens ist fruchtbarer Boden keine Selbstverständlichkeit. Oft prägen felsige Untergründe, Trockenheit, Frost oder dichtes Gestrüpp das Land. Das Evangelium erinnert daran, dass auch der Glaube und die Gemeinschaft Pflege brauchen. Der gute Boden entsteht nicht von selbst; er erfordert Mühe, das Entfernen von Steinen und das Schützen der jungen Saat. Die Ernte fordert – genau wie die Arbeit auf dem Feld – Ausdauer und Geduld ("Frucht bringen in Geduld").

Ein typischer Weiler in den fruchtbaren Teilen des Altiplanos

Ein typischer Weiler in den fruchtbaren Teilen des Altiplanos

Schutz vor den „Dornen“ der modernen Welt

Die Dornen, die das Wort ersticken, stehen für die Sorgen des Alltags, aber auch für das Streben nach rein materiellem Wohlstand und oberflächlichen Versprechungen. In den Bergregionen Boliviens, wo viele Menschen zwischen traditioneller Lebensweise (wie dem Prinzip des Buen Vivir / Suma Qamaña) und dem Druck der modernen Konsumwelt oder der Arbeitsmigration stehen, warnen diese Worte vor dem Verlust der eigenen Wurzeln.

Zusammenhalt und Ayni (Gegenseitigkeit)

Der Same ist reichlich gesät und für alle da. Das Gleichnis lädt dazu ein, das eigene Herz für Werte wie Gemeinschaft, Ehrlichkeit und gelebte Solidarität offen zu halten. Ein „guter Boden“ ist in der Andenkultur selten eine Einzelperson allein, sondern die starke Dorfgemeinschaft (Comunidad), die einander trägt, den Glauben teilt und gemeinsam durch schwierige Zeiten geht.

Nach der Ernte eine zünftige Vesper würde man in Deutschland sagen

Nach der Ernte eine zünftige Vesper würde man in Deutschland sagen

Hoffnung trotz harter Bedingungen

Selbst wenn ein Teil der Saat auf Felsen fällt oder verloren geht, lässt sich der Sämann nicht entmutigen. Am Ende steht eine hundertfache Frucht. Das ist eine Zusage der Hoffnung für das oft harte Leben in den Bergen: Wenn der Glaube fest verwurzelt ist und im Herzen bewahrt wird, bringt er – trotz aller Widrigkeiten – Reichtum an Leben, Freude und Frieden für das ganze Dorf.

Man erntet wo man gesät hat

Man erntet wo man gesät hat

Padre Hernán Tarqui – im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens

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