Montag, 21. September 2026

Durch die Berge des Altiplano

Ein Allradfahrzeug ist auf solchen Straßen Pflicht
Ein Allradfahrzeug ist auf solchen Straßen Pflicht

Mit allen fünf Sinnen über die Abgründe des Altiplano: Unterwegs nach Ureqa

Manchmal entscheidet ein Meter darüber, ob eine Reise weitergeht – oder ob man Hunderte Meter tief ins Nichts blickt. Wer in den rauen Höhen Boliviens zu den Ärmsten unterwegs ist, braucht Vertrauen, höchste Konzentration und verlässliche Technik. Ein Bericht von den steilen Pfaden der Anden.

Manchmal sanfte Hügel manchmal bizarre Gipfel und tiefe Schluchten
Manchmal sanfte Hügel manchmal bizarre Gipfel und tiefe Schluchten

Wir haben Ureqa erreicht

Wenn man in der Stille des Altiplano aus dem Wagen steigt, durchfährt einen zuerst die kalte Bergluft – und danach das tiefe Bewusstsein, wie dünn der Faden ist, an dem das Leben auf diesen Straßen oft hängt. Die Anreise hierher war alles andere als eine gewöhnliche Fahrt.

Es ist unser tägliches Brot diese Straßen zu befahren egal wie das Wetter ist
Es ist unser tägliches Brot diese Straßen zu befahren egal wie das Wetter ist

Wenn die Straße zum Schicksal wird

Die Pisten, die sich durch die bolivianischen Anden schlängeln, verzeihen nichts. Sie sind unberechenbar, lehmig, rutschig und übersät mit unvorhersehbaren Hindernissen, tiefen Schlaglöchern und abgebrochenen Fahrbahnkanten.

Auf vielen Streckenabschnitten verschwimmt die Grenze zwischen Pfad und Abgrund. Man fährt um eine enge Kurve und weiß im ersten Moment nicht: Führt der Weg wirklich weiter – oder blickt man geradewegs 500 oder gar 1000 Meter tief in die Schlucht?

Heute haben wir Glück von dem am Samstag gefallenen Schnee ist nichts mehr übriggeblieben
Heute haben wir Glück von dem am Samstag gefallenen Schnee ist nichts mehr übriggeblieben

In solchen Momenten gibt es keine Ablenkung

Heute galt es, den Toyo mit allen fünf Sinnen zu steuern. Jedes Geräusch des Motors, jedes Rutschen der Reifen auf dem losen Geröll muss wahrgenommen werden. Doch alle Fahrkunst nützt nichts, wenn man sich nicht auf sein Fahrzeug verlassen kann: In den entscheidenden Augenblicken ist man zutiefst dankbar, dass die Bremsen des Geländewagens in absolutem Bestzustand sind. So überlebt man im Altiplano.

Wenn sie mich einmal 40 oder 50 Kilometer auf diesen Straßen begleiten wissen Sie was ich meine
Wenn sie mich einmal 40 oder 50 Kilometer auf diesen Straßen begleiten wissen Sie was ich meine

Im Dienst für die Ärmsten in den Bergen. Warum nimmt man solche Gefahren auf sich?

Die Antwort liegt in den abgelegenen Berggemeinden wie Ureqa. Padre Hernán Tarqui ist hier im ständigen Einsatz für die Menschen, die von der Außenwelt fast völlig abgeschnitten sind. In diesen Höhen gibt es keine ausgebauten Infrastrukturen, keine schnellen Rettungsdienste und oft nicht einmal die grundlegendste Versorgung.

Der Geländewagen ist für Padre Hernán nicht einfach nur ein Fortbewegungsmittel. Er ist eine lebenserhaltende Brücke:

Er bringt medizinische Hilfe, Seelsorge und Lebensmittel zu den Familien.

Er ermöglicht Kindern und Jugendlichen Zugang zu Bildung und Gemeinschaft.

Er zeigt den Menschen in den Bergen, dass sie nicht vergessen sind.

Helfen Sie mit, Mobilität zu schenken

Damit diese Hilfe nicht an einer verschlissenen Bremse oder einem kaputten Reifen scheitert, sind wir auf verlässliche Technik angewiesen. Jeder Kilometer im extremen Gelände fordert dem Fahrzeug alles ab – und der Unterhalt, der Treibstoff sowie die nötigen Reparaturen kosten Geld.

Auf jeden Fall ist es eine grandiose Natur
Auf jeden Fall ist es eine grandiose Natur

Um die Fahrten zu den entlegensten Dörfern im Altiplano auch weiterhin sichern zu können, bitten wir Sie von Herzen um Ihre Unterstützung. Jeder Beitrag zu unserer Mobilitätsspende sorgt direkt dafür, dass Padre Hernán sicher ankommt – und vor allem auch sicher wieder zurückkehrt.

Ureqa liegt in Sichtweite es ist wie ein Schwalbennest an den Hang geklebt
Ureqa liegt in Sichtweite es ist wie ein Schwalbennest an den Hang geklebt

👉 Jetzt Mobilität schenken und den Dienst in den Anden unterstützen:

Siehe unten bei Missionsspenden. Vielen Dank für Ihr Gebet, Ihre Verbundenheit und Ihre Mithilfe!

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens

Siea el sitio web completo en español

Mit Ihrem Smartphone bequem spenden –   so einfach geht’s: Es ist bereits ein Betrag von 50 Euro vor eingestellt, den Sie direkt und unkompliziert mit Ihrer Banking-App auf dem Smartphone überweisen können. Damit möchte ich Ihnen einen neuen, besonders komfortablen Weg anbieten, eine Spende zu tätigen. Die Empfängerdaten sind identisch mit den Angaben, die Sie im oberen Bereich über dem QR-Code auf dem Bild finden. Möchten Sie einen anderen Betrag spenden, können Sie den Überweisungsträger über den untenstehenden Link individuell ausfüllen.

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Mehr dazu gibt es hier zu erfahren <<<<<<

Das Licht über dem Altiplano

Viele unserer Menschen leben weit oben auf den Hochlagen der Anden und leben in kleinen Hirtenunterkünften.
Viele unserer Menschen leben weit oben auf den Hochlagen der Anden und leben in kleinen Hirtenunterkünften.

Es war Montagmorgen auf dem Altiplano,

der nasskalten Hochebene Boliviens auf über 4.000 Metern Höhe. Mateo zog seine dicke Alpakajacke enger um die Schultern. Der eisige Wind biss ihm ins Gesicht, als er die Tür seiner kleinen Lehmhütte öffnete. Vor ihm erstreckte sich die endlose Weite, überragt von den schneebedeckten Gipfeln der Kordilleren, die im ersten Morgenlicht schwach rosa leuchteten.

Hier oben wo die Sonne nicht mehr wärmt leben die Menschen von Weidewirtschaft
Hier oben wo die Sonne nicht mehr wärmt leben die Menschen von Weidewirtschaft

Der Wochenanfang

war für Mateo oft die schwerste Zeit. Er dachte an die harte Arbeit, die vor ihm lag – das karge Land bestellen, die Schafe hüten, die Sorgen um die Familie. Manchmal fühlte er sich so isoliert und unbedeutend wie ein einzelner Kieselstein in dieser riesigen, rauen Bergwelt.

Die Wege, um diese Menschen zu erreichen sind nicht einfach und heute liegt Schnee auf dem fast 5000 Meter hohen Pass
Die Wege, um diese Menschen zu erreichen sind nicht einfach und heute liegt Schnee auf dem fast 5000 Meter hohen Pass

Bevor er die Schafe auf die Weide trieb,

holte Mateo seine alte, abgegriffene Bibel hervor. Er las ein paar Verse, die er am Sonntag in der kleinen Dorfkapelle gehört hatte. Seine Augen blieben an einem Psalm hängen:

Mateo blickte auf die mächtigen Fünftausender und Viertausender

um ihn herum. Jahrelang hatte seine Vorfahren diese Berge wie Götter gefürchtet und verehrt. Doch jetzt verstand er: Die Berge waren nicht seine Retter. Sie waren nur Monumente der Schöpfung. Der wahre Schöpfer, der diese riesigen Felsen geformt hatte, kannte seinen Namen. Er, der Gott des Himmels, war an seiner Seite – mitten in der Kälte des Altiplano.

Mit einem Mal veränderte sich die Perspektive

Als die Sonne endgültig über die Gipfel stieg, vertrieb ihr goldenes Licht den eisigen Morgennebel. Mateo spürte die Wärme auf seiner Haut und tief in seinem Herzen. Er war nicht allein. Jede Hürde dieser neuen Woche, so steil wie die Pfade der Anden, würde er nicht aus eigener Kraft gehen müssen.

Mit einem tiefen Frieden im Herzen schloss er die Bibel,

nahm seinen Hirtenstab und trieb die Herde voran. Er begann die Woche nicht mit Angst vor der Last, sondern mit dem Blick nach oben.

Ihr kennt Mateo aus meiner Weihnachtsgeschichte aus dem letzten Jahr
Ihr kennt Mateo aus meiner Weihnachtsgeschichte aus dem letzten Jahr

Ich hoffe, diese Geschichte gibt Ihnen Inspiration für die kommenden Tage. Wenn Sie mehr Geschichten aus den Bergen Boliviens möchten, lassen Sie es mich wissen:

Denken sie heute besonders an mich. Ich muss auf den Weg zu meiner Missionsarbeit einen fast 5000 Meter hohen Bergpass befahren. Der Winter ist zurück und die Berge sind im weißen Kleid.

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens

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Sonntag, 20. September 2026

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer

Der Pfarrer wird schon sehnsüchtig erwartet
Der Pfarrer wird schon sehnsüchtig erwartet 

Herzlichen Dank für ihre Missionsspenden

ich hoffe, Sie sind wohlauf. Für Ihre Missionsspenden möchte ich Ihnen von Herzen „Vergelt’s Gott“ sagen. Dass mein persönlicher Dank manchmal auf sich warten lässt, liegt an der schwierigen Situation vor Ort und am zusammengebrochenen Postdienst in Bolivien. Auch die Möglichkeit, Sendungen über die Deutsche Post online zu beauftragen, wurde vor längerer Zeit eingestellt. Immerhin hat dies den Vorteil, dass 100 Prozent Ihrer Spenden unmittelbar in die Arbeit in den Bergen Boliviens fließen können.

Ein Gruppenbild nachdem die Schüler ihre Unterstützung mit Schulmaterial erhalten, haben
Ein Gruppenbild nachdem die Schüler ihre Unterstützung mit Schulmaterial erhalten, haben

Ein besonderes Anliegen 

ist mir die Unterstützung der Schulkinder in den bolivianischen Bergen mit Schulmaterial. Im Namen aller Kinder, Eltern und Lehrkräfte danke ich Ihnen sehr herzlich. Ihre Unterstützung, Ihr Engagement und Ihre Verbundenheit machen in unserem Alltag einen großen Unterschied. Ohne Ihre Hilfe wäre vieles nicht möglich. Das gemeinsame Ziel, eine förderliche und liebevolle Lernumgebung zu schaffen, bereichert uns alle. Vielen Dank für alles, was Sie tun!

Ob die Schule groß oder nur eine Zwergschule im Outback niemand wird vergessen
Ob die Schule groß oder nur eine Zwergschule im Outback niemand wird vergessen

Die Auswertung der Kontoauszüge

Auch die Auswertung der Kontoauszüge der Missionsprokur bereitet mir Schwierigkeiten. Auf den Auszügen, die ich aus Knechtsteden erhalte, erscheint bei vielen Überweisungen im Verwendungszweck lediglich ein wenig aussagekräftiges „XXXXXXXXXXXX“. Datenschutz ist wichtig; in diesem Fall verhindert er jedoch, dass ich mich bei den Spenderinnen und Spendern persönlich bedanken kann. Zudem lässt der Spendenauszug aus Knechtsteden häufig lange auf sich warten, während die Spendenbescheinigungen offenbar zügig verschickt werden. Das sei das „Wichtigste“, hatte mir schon Padre Dietmar immer gesagt.

Mein Toyo Spezialist, welcher auch die Arbeiten am Pfarrtoyo koordiniert und überwacht
Mein Toyo Spezialist, welcher auch die Arbeiten am Pfarrtoyo koordiniert und überwacht

Was Sie spenden, 

fließt zu 100 Prozent in meine Arbeit. Die Benzinkosten für die Fahrten durch meine riesige Pfarrei sind sehr hoch. Auch die Fahrten in Höhenlagen zwischen 3.000 und 5.000 Metern über dem Meeresspiegel, größtenteils auf Schotterpisten, setzen meinem Fahrzeug stark zu. Deshalb muss ich erhebliche Summen für Wartung und Reparaturen aufbringen. Allein die Reparatur des Motorschadens im Jahr 2026 an meinem Toyota kostete 5.000 Euro.

Der Motor musste komplett zerlegt und mit Originalen Ersatzteilen repariert werden
Der Motor musste komplett zerlegt und mit Originalen Ersatzteilen repariert werden

Darüber hinaus 

bin ich für den Erhalt einiger der wichtigsten Kirchen verantwortlich und muss deren Bausubstanz sichern. Vor Kurzem konnten wir die neue Kirche in Pampa Colorada einweihen. In Bombori steht eine vollständige Sanierung des nationalen Heiligtums an; derzeit befinden wir uns in der Planungsphase.

Die Neue Pfarrkirche in Pampa Colorada wurde vom Bischof im Juli 2026 eingeweiht
Die Neue Pfarrkirche in Pampa Colorada wurde vom Bischof im Juli 2026 eingeweiht

Die Kinder hier in den Bergen 

brauchen weiterhin Ihre Unterstützung. Die Corona-Pandemie hat schwere Folgen hinterlassen, und sehr viele Eltern wurden arbeitslos. Mit Ihren Spenden versorge ich Kinder mit Schulmaterial; außerdem verteile ich gebrauchte Kleidung aus Sammlungen in den Städten Boliviens. All dies bedeutet für mich als Priester mit Quechua-Abstammung eine vielfache Belastung, insbesondere im Vergleich zu den Bedingungen in Europa. Ich nehme diese Aufgabe jedoch gerne auf mich, denn sie ist Teil meiner Berufung.

Mit Unterstützung der Bildung erreichen wir mit relativ wenig sehr viel
Mit Unterstützung der Bildung erreichen wir mit relativ wenig sehr viel

Barrierefreien Dank

Die Kosten für den Postversand in Bolivien sind hoch – sofern ein Versand überhaupt möglich ist. Deshalb bedanke ich mich bei Ihnen allen auch über meine Internetpublikationen, die weltweit und überwiegend barrierefrei auf vielen Plattformen gelesen werden können.

Mit herzlichen Grüßen und einem aufrichtigen Vergelt’s Gott

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens

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