Der Rhythmus der Städte: Das Gesicht der Zukunft
In den großen Städten – sei es La Paz, Cochabamba oder Santa Cruz – pulsiert das Leben. Hier zeigt sich der Karneval oft so, wie man ihn an vielen Orten auf diesem Planeten kennt. Es ist laut, es ist bunt, es ist wild.
In den Straßen sehen wir die Espuma (Schaum), die Wasserbomben und die ausgelassene Jugend. Die Musik dröhnt aus großen Lautsprechern, moderne Rhythmen mischen sich mit Cumbia. Natürlich blitzt auch hier unsere Kultur auf – man denke nur an den majestätischen Carnaval de Oruro, wo die Tradition zur spektakulären Show wird. Doch im Alltag der städtischen Viertel dominiert oft das „Karnevalstreiben“: Das Feiern des Moments, das Vergessen des Alltags, die pure Lebensfreude.
Es ist ein Spiegelbild der Globalisierung und der Zukunft. Unsere Städte sind modern, vernetzt und schnell. Dieser Teil des Karnevals repräsentiert das Bolivien, das nach vorne schaut, das Teil der Weltgemeinschaft ist.Unser Karneval in Bolivien – Ein Fest der zwei Welten.
Wenn im Februar der Wind über das Altiplano weht und die ersten Klänge der Tarkas und Pinkillus durch die Luft hallen, wissen wir: Es ist Zeit. Der Karneval in Bolivien ist erwacht.
Doch wer glaubt, der bolivianische Karneval sei ein einziges, homogenes Fest, der kennt die Seele unseres Landes noch nicht ganz. Wenn ich durch meine Heimat reise, sehe ich nicht einen Karneval. Ich sehe zwei Welten, die parallel existieren, sich manchmal berühren, aber oft vollkommen unterschiedliche Geschichten erzählen.
Es gibt einen signifikanten Unterschied zwischen meinen Stadtgemeinden und meinen Gemeinden weit oben in den Hochebenen und Bergen Boliviens. Es ist ein Riss, der nicht trennt, sondern die Vielfalt unserer Identität zeigt: Wir stehen genau zwischen unseren Erinnerungen und unserer Zukunft.
Der Atem der Berge: Die Hüter der Erinnerung
Doch wenn man die Stadtgrenzen verlässt, die asphaltierten Straßen gegen staubige Pfade tauscht und hinauf in die Hochebenen, zu den abgelegenen Dörfern im Schatten der Andengipfel fährt, verändert sich die Luft.
Hier oben ist der Karneval kein bloßes „Fest“. Hier ist er ein Ritual.
In den Dörfern treten die uralten Traditionen unserer Kultur, die Wurzeln der Aymara und Quechua, machtvoll hervor. Hier feiern wir nicht nur; wir danken. Es ist die Zeit der Anata Andina, das Fest, das eng mit der Landwirtschaft verbunden ist.
Die Verbindung zur Erde: Wir ehren die Pachamama (Mutter Erde). Es ist die Zeit der Regenzeit, die Zeit, in der die Kartoffelblüte steht. Die Zeremonien: Die Ch'alla (das Segnen von Haus, Hof und Ernte) wird hier mit einer Ernsthaftigkeit und Tiefe vollzogen, die Gänsehaut verursacht. Die Musik: Statt Lautsprechern hört man die tiefen, vibrierenden Töne der traditionellen Flöten, die den Regen rufen und die Geister der Vorfahren ehren sollen. Hier oben ist der Karneval nicht „Party“. Er ist Identität. Er ist das lebendige Gedächtnis eines Volkes, das seit Jahrtausenden im Einklang mit diesen Bergen lebt.
Der Balanceakt: Beides bewahren
Wir stehen an einem Scheideweg, oder besser gesagt: auf einer Brücke. Auf der einen Seite haben wir die Erinnerungen: Die tiefen, mystischen Wurzeln der Dörfer, die uns lehren, woher wir kommen und warum wir die Erde respektieren müssen. Ohne diese Wurzeln wären wir nur ein weiteres Land auf der Karte, ohne Seele. Auf der anderen Seite haben wir die Zukunft: Die Dynamik der Städte, die Offenheit für Neues, die Entwicklung. Ohne diesen Blick nach vorn würden wir stillstehen. Die große Herausforderung – und gleichzeitig das Schöne an Bolivien – ist es, diesen Spagat zu meistern. Wir dürfen nicht zulassen, dass der städtische Lärm die leisen Flöten der Berge übertönt. Aber wir dürfen uns auch nicht vor der Welt verschließen.
Wir müssen beides bewahren.
Wir müssen unseren Kindern beibringen, wie man eine Ch'alla richtig durchführt und warum wir der Pachamama danken, selbst wenn sie in modernen Städten leben und Videospiele spielen. Unser Karneval ist mehr als nur Kostüme und Tanz. Er ist der lebende Beweis dafür, dass wir Bolivianer Wanderer zwischen den Welten sind. Wir tragen die uralte Weisheit der Anden im Herzen und den Blick fest auf den Horizont von morgen gerichtet.
Jallalla Bolivia!
Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens
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