Dienstag, 31. März 2026

Zwischen Himmel und Silber

Die Chrisammesse in Potosí
Heute führt mich mein Weg an einen Ort, an dem Glaube und Geschichte auf über 4.000 Metern Höhe aufeinandertreffen: Ich werde die Chrisammesse in der Kathedrale von Potosí miterleben.

Die Chrisammesse in Potosí Heute führt mich mein Weg an einen Ort, an dem Glaube und Geschichte auf über 4.000 Metern Höhe aufeinandertreffen: Ich werde die Chrisammesse in der Kathedrale von Potosí miterleben.

Wer Potosí kennt, weiß: Die Luft hier oben ist dünn, die Geschichte schwer vom Silberabbau gezeichnet und der Glaube der Menschen so fest wie der Fels des Cerro Rico. Inmitten dieser Kulisse findet ein Gottesdienst statt, der wie kaum ein anderer die Einheit und Erneuerung der Kirche symbolisiert.

Wer Potosí kennt, weiß: Die Luft hier oben ist dünn, die Geschichte schwer vom Silberabbau gezeichnet und der Glaube der Menschen so fest wie der Fels des Cerro Rico. Inmitten dieser Kulisse findet ein Gottesdienst statt, der wie kaum ein anderer die Einheit und Erneuerung der Kirche symbolisiert.

Was ist die Chrisammesse?
​Die Missa chrismatis ist ein besonderes Highlight der Karwoche. In dieser Messe weiht der Bischof die heiligen Öle, die das ganze Jahr über für die Sakramente verwendet werden:
​Chrisam: Für Taufen, Firmungen und Priesterweihen.
​Krankenöl: Zur Stärkung der Schwachen.
​Katechumenenöl: Für jene, die sich auf die Taufe vorbereiten.

Es ist ein Moment der Sinnlichkeit – wenn der Duft des Balsams durch das weite Kirchenschiff zieht, mischt er sich mit der kühlen, klaren Andenluft.

Priesterweihe und gelebte Einheit
​Ein besonders bewegender Moment ist die Erneuerung der Weiheversprechen. Alle Priester der Diözese versammeln sich um ihren Bischof. In einer Region wie Potosí, wo viele Geistliche in abgelegenen Minensiedlungen oder einsamen Bergdörfern arbeiten, ist dieser Tag ein wichtiges Signal: Niemand steht allein.

Logistik im Hochland
​Dass die Messe hier oft schon vor dem Gründonnerstag gefeiert wird, hat ganz pragmatische Gründe. Die Wege in den bolivianischen Anden sind weit und beschwerlich. Die Priester müssen die frisch geweihten Öle rechtzeitig in ihre fernen Pfarreien bringen, damit sie dort pünktlich zum Beginn der Osterfeierlichkeiten eintreffen.

Mein Tipp für Mitreisende: Wer die Messe in der Basílica Catedral de Nuestra Señora de la Paz besucht, sollte sich warm anziehen. Die neoklassizistischen Mauern speichern die Kälte der Nacht, und in der dünnen Luft braucht selbst das einfache Singen der Choräle eine Extraportion Atem.

Ich freue mich auf dieses Erlebnis – ein Moment der Stille und des Gebets in einer der geschichtsträchtigsten Städte Südamerikas.

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens


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