Donnerstag, 8. Oktober 2026

Von Haus zu Haus

Warum persönliche Mission heute wichtiger ist, denn je
Warum persönliche Mission heute wichtiger ist, denn je

Warum persönliche Mission heute wichtiger ist, denn je

Die Haus‑zu‑Haus‑Mission bleibt eine der stärksten Formen der Evangelisierung. Persönliche Begegnungen schaffen Vertrauen, öffnen Herzen und bringen das Evangelium dorthin, wo Menschen wirklich leben. Wer Mission ernst nimmt, verlässt die Komfortzone, hört zu, begleitet und trägt Gottes Liebe in die Familien hinein.

Oft sind die Wege lang und anstrengend und manchmal ist sogar eine Übernachtung unter den Sternen notwendig.
Oft sind die Wege lang und anstrengend und manchmal ist sogar eine Übernachtung unter den Sternen notwendig.

Der Alltag eines Missionars ist oft herausfordernd –

lange Wege, schwierige Bedingungen, wenig Komfort. Doch gerade diese Opfer machen die Botschaft glaubwürdig. Wo echte Nähe entsteht, kann der auferstandene Christus als Fürst des Friedens wirken und Hoffnung schenken.

Aktive Mission bedeutet: aufbrechen, zuhören, dienen und das Wort Gottes mit Mut und Liebe teilen. So bleibt der Glaube lebendig und verwandelt Gemeinden von innen heraus.

Padre Hernán Tarqui – Im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens

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Dienstag, 6. Oktober 2026

Geschichten vom Altiplano

Der Monat November ist bei uns der Beginn der Regenzeit. Die Feldgottesdienste werden zunehmend feuchter. Die Menschen lassen sich davon nicht abhalten.
Der Monat November ist bei uns der Beginn der Regenzeit. Die Feldgottesdienste werden zunehmend feuchter. Die Menschen lassen sich davon nicht abhalten.

Liebe Freunde,

Immer wieder berichte ich Euch von Bräuchen des Hochlandes. Heute will ich über Allerheiligen, Allerseelen berichten. Ein Feiertag wie gemacht für die Quechua und Aymara Bevölkerung.

Bald stehen wir in der besonderen Zeit des Jahres, in der wir uns an unsere Verstorbenen erinnern –

Allerheiligen und Allerseelen. Diese Tage sind nicht nur ein Gedenken, sondern ein lebendiges Band zwischen Himmel und Erde, zwischen den Lebenden und jenen, die uns vorausgegangen sind.

Zuhause wird mit solchen Altären an die Verstorbenen gedacht die in dieser Nacht zurückkehren.
Zuhause wird mit solchen Altären an die Verstorbenen gedacht die in dieser Nacht zurückkehren.

In Bolivien, meiner Heimat, ist diese Zeit tief verwurzelt in der Kultur und im Glauben.

Am 1. November, dem Día de Todos los Santos, bereiten wir Altäre vor – sogenannte “mesas” – geschmückt mit Blumen, Kerzen, Bildern der Verstorbenen und ihren Lieblingsspeisen. Es ist ein Fest der Erinnerung, aber auch der Hoffnung. Denn wir glauben, dass die Seelen unserer Lieben an diesem Tag zu uns zurückkehren, um mit uns zu feiern. Es ist ein heiliger Besuch, ein Zeichen, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern ein Übergang.

Ein Höhepunkt unseres Besuchs war das Überreichen von Schokolade und anderen kleinen Leckereien an die Kinder.

Diese Geste ist für uns weit mehr als nur ein Geschenk: Sie ist ein Zeichen unserer Wertschätzung, unserer Verbundenheit und ein Moment, in dem wir Nähe und Gemeinschaft spürbar machen. Die leuchtenden Kinderaugen, das Lachen und die Dankbarkeit bleiben uns stets im Herzen.

Manche Altäre sind etwas größer dann war der Verstorbene reicher.
Manche Altäre sind etwas größer dann war der Verstorbene reicher.

Am 2. November, dem Día de los Difuntos, begleiten wir unsere Toten auf den Friedhof.

Wir bringen ihnen Musik, Brot, Gebete – und unsere Liebe. Es ist ein Tag der Gemeinschaft, des Teilens und der Dankbarkeit. Wir glauben: Wenn wir uns an unsere Toten erinnern, leben sie weiter in uns.

Diese bolivianische Tradition erinnert uns daran, dass Heiligkeit nicht fern und abstrakt ist. Die Heiligen – das sind nicht nur die großen Namen der Kirchengeschichte. Es sind auch unsere Großmütter, unsere Väter, unsere Freunde, die in Liebe gelebt haben. Sie sind Teil der “Wolke von Zeugen”, wie es im Hebräerbrief heißt (Hebr 12,1).

Bei den Feldgottesdiensten müssen wir in dieser Zeit eben das Wetter aushalten.
Bei den Feldgottesdiensten müssen wir in dieser Zeit eben das Wetter aushalten.

So lasst uns dann mit bolivianischem Herzen feiern:

mit Blumen und Brot, mit Tränen und Lächeln, mit Erinnerung und Hoffnung. Denn der Tod hat nicht das letzte Wort. Die Liebe bleibt. Und in Christus sind wir alle verbunden – die Lebenden und die Toten, die Heiligen und die Sünder, die Trauernden und die Hoffenden.

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens

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Montag, 5. Oktober 2026

Francisco de Asís in Toracari Bolivien

Die Menschen kommen in ihren traditionell bunten Gewändern zum Fest
Die Menschen kommen in ihren traditionell bunten Gewändern zum Fest

Ein erhebendes Fest in den Bergen Boliviens

Hoch oben in den majestätischen Anden Boliviens liegt die kleine Gemeinde Toracari, ein Ort, an dem Tradition, Glaube und Gemeinschaft auf eindrucksvolle Weise miteinander verschmelzen. Jedes Jahr versammeln sich die Bewohner und Besucher aus den umliegenden Dörfern, um das Fest zu Ehren des heiligen San Francisco de Asís zu feiern. Es ist weit mehr als eine religiöse Zeremonie – es ist ein lebendiger Ausdruck kultureller Identität und tief verwurzelter Verbundenheit mit der Natur und den Menschen.

Die Frauen mit ihren weißen Tüchern die Männer mit den Flöten
Die Frauen mit ihren weißen Tüchern die Männer mit den Flöten

Schon in den frühen Morgenstunden erfüllen Musik und festliche Klänge die klare Bergluft.

Die schneebedeckten Gipfel der Anden bilden eine beeindruckende Kulisse für die Feierlichkeiten. Familien kommen in traditioneller Kleidung zusammen, um an Prozessionen, Gottesdiensten und kulturellen Darbietungen teilzunehmen. Die farbenfrohen Trachten spiegeln die reiche Geschichte und das kulturelle Erbe der Region wider.

Besonders bewegend ist die Prozession zu Ehren des Schutzpatrons. 

Begleitet von Blasmusik, Gesängen und Gebeten ziehen die Gläubigen durch die Gemeinde. Die Atmosphäre ist geprägt von Dankbarkeit, Hoffnung und Zusammenhalt. Hier wird spürbar, wie wichtig der Glaube für das tägliche Leben der Menschen in den Anden ist.

Prozession zu Ehren des Schutzpatrons
Prozession zu Ehren des Schutzpatrons

Neben den religiösen Aktivitäten bietet das Fest auch Raum für Begegnungen und Freude

Traditionelle Tänze, regionale Speisen und gemeinschaftliche Feiern bringen Jung und Alt zusammen. Besucher erleben die herzliche Gastfreundschaft der Menschen von Toracari und erhalten einen authentischen Einblick in das Leben der bolivianischen Berggemeinden. Viele der dargebotenen Tänze erzählen Geschichten von Landwirtschaft, Natur und dem Zusammenleben der Gemeinschaft.

Für Besucher aus Europa ist das mit Sicherheit ein seltenes gesehenes Highlight
Für Besucher aus Europa ist das mit Sicherheit ein seltenes gesehenes Highlight

Was dieses Fest besonders macht, ist die einzigartige Verbindung zwischen Spiritualität und Landschaft

Die Weite der Berge, die reine Luft und die tiefe Verwurzelung der Menschen in ihrer Heimat verleihen den Feierlichkeiten eine besondere Kraft. Für viele Teilnehmer ist das Fest nicht nur ein religiöses Ereignis, sondern ein Moment der Besinnung und der Erneuerung.

Die Menschen hier haben eine tiefe Religiosität
Die Menschen hier haben eine tiefe Religiosität  

Das Fest von San Francisco de Asís in Toracari erinnert daran, wie wertvoll Gemeinschaft, Tradition und Glaube sind. 

In einer Welt, die sich ständig verändert, bewahren die Menschen hier ihre kulturellen Wurzeln und geben sie mit Stolz an die nächste Generation weiter. Wer dieses Fest einmal erlebt, nimmt nicht nur unvergessliche Eindrücke mit nach Hause, sondern auch ein tieferes Verständnis für die Schönheit und den kulturellen Reichtum Boliviens.

Wenn sie Bolivien besuchen und sich für das wirkliche Land interessieren begleiten sie mich
Wenn sie Bolivien besuchen und sich für das wirkliche Land interessieren begleiten sie mich

Toracari zeigt, dass die größten Schätze oft dort zu finden sind, wo Menschen mit ihrer Geschichte, ihrem Glauben und ihrer Landschaft im Einklang leben.

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens

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